Neuromarketing und die Macht des Unbewussten
27.09.11Christian Loosli, heute selbstständiger Markenberater, blickt als Brand & Product Manager auf rund 15 Jahre Erfahrung in der Kosmetikindustrie zurück. Was sich dort längst schon als Standard durchgesetzt hat, drängt mit zunehmender Tendenz in weitere Bereiche der Markenentwicklung und -führung. Anhand bekannter Beispiele und gut gewählter theoretischer Einführung vermittelte er einen spannenden Einblick in die Welt des Neuromarketing.
Trotz Zivilisation, Industrialisierung und weit entwickeltem Intellekt – in unzähligen Bereichen unseres Lebens werden wir noch immer von tief in unserem Unterbewusstsein sitzenden Faktoren gesteuert, deren Ursprung weit in der Evolutionsgeschichte zurückliegt. Ob wir es wollen, es uns eingestehen oder nicht: wahrgenommene Signale aus unserem Umfeld steuern oder zumindest beeinflussen unser Verhalten.
Der dipl. Marketingleiter konfrontierte uns schonungslos mit entsprechenden Beispielen aus dem Alltag, bei denen sich manch einer ertappt fühlte. Danach zeigte er uns auf, wie Menschen auf der psychologischen Ebene grundsätzlich differenzierbaren Wertebereichen zugeordnet werden können. Und diese Wertebereiche, zu denen wir uns zugezogen fühlen, können über bewusst gesetzte Impulse aktiviert werden. Dadurch beginnen implizite Emotionssysteme unser Verhalten zu steuern.
Produkthersteller, die sich dessen bewusst sind, nutzen diese wissenschaftlich nachgewiesenen Mechanismen, um die richtigen Konsumenten zum richtigen Produkt zu führen. Und zwar über alle unsere Sinnesebenen. Ernüchternde Erkenntnis also für alle überzeugten Verfechter der Ratio: fast alle Entscheide werden emotional gefällt, die meisten davon aufgrund unbewusster Vorgänge.
Überraschend dabei: das Grundprinzip ist eigentlich sehr einfach. Umso erstaunlicher also, dass diese Möglichkeiten noch von zahlreichen Branchen und Industrien unbeachtet und somit ungenutzt bleiben. Oft, so führte der Referent aus, liegt dies aber auch an Entscheidungsträgern, die sich nach wie vor durch eigene Präferenzen oder – meist noch verheerender – durch Vorlieben von Personen aus ihrem privaten Umfeld leiten lassen. Potenzial ist also in hohem Mass vorhanden.
Wer mehr darüber erfahren will, findet auf www.soap-brandcare.ch weitere Informationen.
